Gibbons sind Menschenaffen. Sie sind näher mit dem Menschen verwandt als mit Makaken, Pavianen oder Languren. Trotzdem sind diese kleinen Menschenaffen viel weniger bekannt und erforscht als ihre grösseren Verwandten (Schimpansen, Gorillas, Orang-Utans).
Gibbons sind in vieler Hinsicht einzigartig unter den Menschenaffen, zum Beispiel in ihrem Sozialleben, der Fortbewegung, der Anatomie, oder ihrer Kommunikationsweise.
Gibbons leben in kleinen Familiengruppen von 1 bis 6 Tieren, einer Sozialstruktur, die nur bei etwa 3 % aller Säugetiere vorkommt, und sie leben in den immergrünen tropischen Regenwäldern Südost-Asiens. Sie sind in ihrem Körperbau an das Leben in den Baumwipfeln angepasst. Mit ihren langen Armen bewegen sie sich akrobatisch schwinghangelnd fort. Wiederholt wurde diese Anpassung mit dem Vogelflug verglichen. Am Boden oder auf dicken Ästen gehen die Gibbons nicht vierbeinig, wie die meisten Affen, sondern menschenähnlich aufrecht.
Die territorialen Morgengesänge der Gibbons gehören zu den spektakulärsten Rufen der Säugetiere. Sie werden oft als eng aufeinander abgestimmte Duette von Gibbonpaaren vorgetragen. Die Gibbongesänge gelten als das beste Modell für die Entwicklungsgeschichte der menschlichen Musik.
Gibbons waren die ersten Menschenaffen, die enge Beziehungen zu den Menschen hatten und in China zum Inhalt literarischer und gestalterischer Kompositionen wurden. Gibbons belegen seit mehr als 2000 Jahren eine spezielle Nische in der chinesischen Kultur, wo sie unter anderem zum Symbol für die sagenhafte Verbindung zwischen Mensch und Natur und zum Symbol für das ewige Leben wurden. In zahlreichen Bildern und Gedichten wurden und werden die Gibbons verehrt.
Viele Gibbons sind heute extrem vom Aussterben bedroht. Unter den Gibbons finden wir die seltensten Menschenaffen, ja sogar die seltensten Affenarten überhaupt.
Die grössten Bedrohungen sind Verlust und Verschlechterung des Lebensraums, Wilderei und illegaler Handel. Den Schutzbemühungen für Gibbons kommt höchste Priorität zu.